Leitfaden des Umweltstand-Umweltwettbewerbs

[Update/Autor: 11.05.2021/AGU]

Erfurt ist eine wachsende Stadt, Wachstum ist aber nicht nur vorteilhaft. Der Zuwachs bedeutet steigende Umweltbelastungen, z. B. mehr Verkehr und höheren Flächenverbrauch. In Erfurt haben wir Glück: Wald, Grünflächen, Gewässer und Felder sind neben Wirtschafts-, Verkehrs- und Wohnflächen präsent. Aber das natürliche Gleichgewicht ist zerbrechlich. Jeder einzelne Bewohner entscheidet mit seinen Lebensgewohnheiten darüber, ob wir die natürlichen Lebensbedingungen erhalten und verbessern können oder ob die natürliche Umwelt für immer verloren geht. Jede lokale Kauf- und Konsumentscheidung beeinflusst das Klima und die Umwelt, auch in anderen Teilen der Erde. Eine grüne Umwelt ist für jede Stadt notwendig, damit sich die Bewohner wohlfühlen, gesund bleiben und neben der Arbeit auch Erholung finden. Dafür müssen die Einwohner ihren Beitrag leisten.

Wie können Energiegewinnung, Mobilität, Ernährung, Alltag, Urlaub usw. nachhaltig werden und warum ist Nachhaltigkeit entscheidend für die Zukunft? Wie soll in 20 Jahren eine grüne Stadt aussehen? Wie muss sich jeder Einzelne verhalten, um die Natur in Stadt und Land sowie die biologische Vielfalt zu fördern? Wie können die natürlichen Lebensgrundlagen (Biodiversität, Landschaft, Wasser, Luft, Klima …) gesichert werden? Wie sind ressourcenschonende Produktions- und Lieferketten sowie der faire Handel zu gewährleisten? Wie sollen vorhandene Ressourcen vor dem endgültigen Verlust bewahrt und Abfälle vermieden werden? Wie können die unmittelbare Umgebung, andere Regionen und zukünftige Generationen vor den Auswirkungen konventioneller Lebensweisen/Handlungen (fortwährendes Wirtschaftswachstum, andauernder Ressourcenverbrauch) geschützt werden? Wie soll Nachhaltigkeit in der Gesellschaft kontrolliert werden? . . .
Die Antworten auf derartige Fragen sind nicht nur als Wettbewerbsbeitrag relevant, vor allem die nachhaltige Entwicklung hängt von konstruktiven Lösungen ab.

Klimawandel, Verlust der Biodiversität, Pandemien und andere aktuelle Probleme stellen die Menschen vor ungeahnte Herausforderungen. Aber jeder kann Antworten auf einzelne Fragen geben und damit seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Um Antworten zu finden, sollen Projektgruppen beim Umweltstand-Umweltwettbewerb das natürliche Lebensumfeld in Erfurt erkunden. Durch Untersuchungen werden neue Kenntnisse und Fähigkeiten erworben, gleichzeitig wird ein reales Bild vom aktuellen Zustand der Natur sichtbar. Dabei offenbaren sich auch Möglichkeiten zur nachhaltigen Entwicklung.

Die Umweltbetrachtungen (Probleme, Analysen, Belege, Antworten und/oder Lösungen) sind in cleveren Wettbewerbsbeiträgen festzuhalten. Auf diese Weise werden nicht nur die Kontakte zur Natur wiederhergestellt oder intensiviert, sondern auch die Sammlung, Wertung und Dokumentation grundsätzlicher Umweltdaten trainiert.

Mit dem Zuwachs an Wissen und Können verbessert sich das Urteilsvermögen der Teilnehmer. Der selbständige, experimentelle Umgang mit diversen Problemfeldern stärkt die Kreativität und vernetztes Denken. Damit ist der Umweltwettbewerb ein perfekt geeignetes Förderinstrument zur Entfaltung von Begabungen (Talentförderung). Die Teilnehmer werden außerdem für die Themenbereiche Umwelt und Nachhaltigkeit sensibilisiert. Gleichzeitig leisten die Wettbewerbsteilnehmer selbst einen wesentlichen Beitrag zur Agenda 2030, indem sie Wissen eigenverantwortlich erwerben und präsentieren.

Durch interessante Fotos, Plakate, Protokolle, Schilderungen, Umweltmeldungen und andere Projekte können außergewöhnliche Wettbewerbsbeiträge und Kompetenzgewinne entstehen. Daraus ergeben sich fast immer nachhaltige Verhaltensweisen und wichtige Ausgangspunkte für Maßnahmen zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung.

Bei der Projektbearbeitung sind diverse Formalitäten zu beachten. Mit Hilfe der Checkliste lässt sich jedoch die Einhaltung der Bestimmungen auf einfache Weise realisieren.

Wer die Jury beim Wettbewerb überzeugt, kann sich über eine Auszeichnung freuen. Zu den vom Ausrichter berufenen Mitgliedern kann jede teilnehmende Schule ein weiteres Mitglied in die Jury entsenden. Dafür ist einfach das Formblatt »Erklärung zur Mitarbeit in der Jury« auszufüllen und mit dem Teilnahmeantrag einzureichen. Wir wünschen viel Erfolg!

Wettbewerbsbeiträge unter Pandemiebedingungen:
Die Wettbewerbsbeiträge können auf Grundlage einer digitalen Zusammenarbeit entstehen. So ist es auch im Rahmen der gesetzlichen Pandemievorgaben möglich, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Dadurch werden Umweltbildung/BNE und Naturschutz bzw. nachhaltige Entwicklungen vorangebracht.